Projekte

AdAM
AdAM – Anwendung digital gestützter Arzneimitteltherapie 

Für viele Krankheiten gibt es wirksame Medikamente. Doch gerade bei älteren Menschen, die unter mehreren Krankheiten leiden, kann die Zahl der verschiedenen Medikamente unübersichtlich werden und zu gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen führen. Das Projekt AdAM soll Hausärztinnen und Hausärzten bei ihrem Arzneimitteltherapie-Management unterstützen. 

Ziel: Optimierung der Behandlungsqualität und Patientensicherheit.  

Zielgruppe sind erwachsene PatientInnen mit mindestens 5 Arzneimitteln über 2 Quartale.

Die Unterstützung der teilnehmenden ÄrztInnen erfolgt digital unter Verwendung einer auf AMTS-Prozesse spezialisierten Software (eMMa). Der Datentransfer erfolgt zwischen dem durch die BARMER beauftragten Rechenzentrum und den Arztpraxen über das geschützte Portal der KVWL. Auf diesem Weg erhalten die Ärztinnen und Ärzte nicht nur eine strukturierte Übersicht der eigenen Verordnungen, sondern auch über die Verordnungen der mitbehandelnden Fachkolleginnen und Fachkollegen, Krankenhausdaten sowie weitere Verordnungen für den Patienten/die PatientinErgänzt durch medizinisch-pharmazeutische Fachinformationen zu Kontraindikationen, Rote-Hand-Briefe und andere patientenrelevante Aspekte ist somit eine strukturierte und optimierte Betreuung dieser Patientinnen und Patienten möglich. 

 

Darüber hinaus werden die Ärztinnen und Ärzte automatisch über die Krankenhausaufnahme ihrer Patientinnen und Patienten informiert (Aufnahmedatum, Aufnahmediagnose). Ergänzend bietet die KVWL ihren AdAM-Ärztinnen und AdAM-Ärzten eine Pharmakotherapie-Beratung an. D.h. unter Nutzung anonymisierter Daten können sich Ärztinnen und Ärzte weitergehende Expertise einholen. Unter Nutzung aller zur Verfügung gestellten Informationen und neuer Eingaben von Seiten der Ärztinnen und Ärzte erhalten die Patientinnen und Patienten nach Abschluss der strukturierten AMTS-Prüfung einen Medikationsplan (BMP) inklusive laien­verständlicher Hinweise. Diese Informationen sollen den Patientinnen und Patienten auch elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Außerdem entwickelt die DGIM im Laufe des Projektes medizinische Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Multimedikation. Diese sollen praxistauglich sein und nach ihrer Fertigstellung an die Hausärztinnen und Hausärzte kommuniziert werden. 

Technologiepartner im Projekt ist die RpDoc® Solutions GmbH, Saarbrücken, welche die Software und AMTS-Prüfung entwickelten. 

 

Die Evaluation der Wirksamkeit dieser neuen Versorgungsform hinsichtlich der Vermeidung von Krankenhausaufenthalten oder Todesfällen erfolgt im Rahmen einer cluster-randomisierten Studie im Stepped-Wedge Design auf der Basis von BARMER-Versichertendaten 

 

Das AMIB war beteiligt an der Entwicklung des Studiendesigns und des Studienprotokolls. Das AMIB ist u.a. zuständig für die Randomisierung der Praxendas Verfassen des statistischen Analyseplans, die Hauptauswertung der Studie, Interpretation der Ergebnisse und Mitwirkung bei den Publikationen 

 

Förderer: Gemeinsamer Bundesausschuss, Innovationsausschuss beim G-BA 

Laufzeit: 2017 - 2020 

Konsortialführung/ Projektleitung: BARMER, Wuppertal/Hauptverwaltung, 0340 Team Telematik 

Projektpartner: Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Universität Frankfurt, Universität Bielefeld, Universitätsklinikum Köln, Universität Wuppertal, Technische Universität Dortmund 

Ansprechpartner*innen AMIB: Prof. Dr. Nina Timmesfeld, Prof. Dr. Hans J. Trampisch, Renate Klaaßen-MielkeJale Basten 

 


Publikationen:
  

From sensitization to adoption? A qualitative study of the implementation of a digitally supported intervention for clinical decision making in polypharmacy 
Implement Sci. 2020 Sep 21;15(1):82. doi: 10.1186/s13012-020-01043-6. PMID: 32958010; PMCID: PMC7507604 
Söling S, Köberlein-Neu J, Müller BS, Dinh TS, Muth C, Pfaff H, Karbach U; AdAM Study Group 


CorKid

CorKID
 - Serokonversionsrate von SARS-CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern im Ruhrgebiet
 

In der Studie wird untersucht, wie viele Kinder (und andere Familienangehörige) bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben. Wir wollen mit dieser Studie mehr über die Verbreitung des Virus unter Kindern/ in Familien, den Verlauf der Erkrankung und evtl. Spätfolgen lernen. Wir hoffen so, gefährdete Kinder und Menschen mit erhöhtem Risiko in Zukunft besser schützen zu können und auch besser beurteilen zu können, wie groß das Risiko der Wiederöffnung von Schulen und Kindergärten für alle ist. 

Das AMIB war beteiligt an der Planung der Studie und ist zuständig für die statistischen Analysen. 

Förderer: BMBF 

Laufzeit: 2020 - 2021 

Projektleitung: Dr. Folke BrinkmannSt. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität 

Projektpartner: Institut für Humangenetik, Institut für Virologie der Ruhr-Universität Bochum 

Ansprechpartner*innen AMIB: Dr. Hans H. Diebner, Prof. Dr. Nina Timmesfeld 

Homepage: https://corkid.de/


CORRA-LOS

CORRA-LOS 
(Langzeit-Observations-Studie) ist das 5-Jahres-Follow-up der CORRA-Kohorte. Die CORRA-Studie ist bereits abgeschlossen. Details zu der randomisierten kontrollierten, doppelblinden Hauptstudie finden Sie unter “Abgeschlossene Projekte”.  

Ziel von CORRA-LOS ist die Untersuchung der Langzeiteffekte einer Initialtherapie mit zwei unterschiedlichen Glukokortikoid-Dosierungen versus Placebo in der Behandlung von Patienten mit früher aktiver rheumatoider Arthritis. Alle an CORRA beteiligten Praxen wurden in CORRA-LOS einbezogen. Die Analyse erfolgt im Rahmen eines gemischten Modells. Es wird die jährliche radiologische Progression in den behandelten Gruppen (10mg oder V60mg) mit derjenigen in der Placebogruppe verglichen. Des Weiteren können Prädiktoren für eine Reihe patientenberichteter Endpunkte, wie Lebensqualität, Schmerz oder Schlafprobleme, analysiert werden.  

Ein Ergebnis der Follow-up-Studie ist im Verlauf des Jahres 2022 zu erwarten. 

 

Förderer: Finanziert aus Eigenmitteln der AMIB und aus Mitteln der Rheumaforschungsgruppe Ruhr, Rheumazentrum Ruhrgebiet  

Laufzeit: 2017 - 2022 

Projektleitung: Dr. Anna MaiAbteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Ruhr-Universität Bochum 

Projektpartner: Rheumazentrum Ruhrgebiet, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität 

Ansprechpartner*innen AMIB: Dr. Anna Mai, PD Dr. Dietmar Krause


HZV

Es handelt sich um ein Forschungsprojekt zur Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) nach § 73b SGB V i
n Verbindung mit der Evaluation von Facharztverträgen nach §§ 73c und 140a SGB V in Baden-Württemberg und erfolgt jährlich. Bei der HZV handelt es sich um ein Programm für Versicherte und Hausärzte, das von gesetzlichen Krankenkassen angeboten wird und eine qualitativ hochwertige hausärztliche Versorgung für eingeschriebene Patienten sicherstellen soll. Die Evaluation basierte auf Routinedaten von Versicherten der AOK Baden-Württemberg, die bislang den Zeitraum der Jahre von 2015 bis 2018 umfassen.  

Aufgabe des AMIB ist es, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt jeweils quer- und längsschnittlichen Analysen zu ausgewählten klinischen Themen (Diabetes mellitus, KHK, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, psychische Erkrankungen) durchzuführen. Dazu gehören die statistische Beratung, die Planung und Durchführung der statistischen Analysen sowie die Mitarbeit an Berichten und wissenschaftlichen Publikationen.

Förderer/Auftraggeber: Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt 

Laufzeit: seit 2017 

Projektleitung: Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt 

Projektpartner: Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt (Datenquelle und Auftraggeber des IfA: AOK Baden-Württemberg, Datenaufbereitung: aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH Göttingen) 

Ansprechpartner*innen AMIB: Renate Klaaßen-Mielke, Prof. Dr. Hans Joachim Trampisch 

Publikationen:  

https://aok-bw-presse.de/fileadmin/mediathek/dokumente/hzv-evaluation_2018.p

 

KuMS
KuMS
: Kinderwunsch und Multiple Sklerose - Ein Balanceakt für werdende Mütter und ihre Kinder? 

Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten neurologischen Autoimmunerkrankungen bei jungen Frauen. In diesem Projekt wird untersucht, wie sich die Vorbehandlung mit neueren, potentiell plazentagängigen MS-Medikamenten und deren Absetzen auf die Krankheitsaktivität während und nach der Schwangerschaft auswirken.  

In einer prospektiven Beobachtungsstudie werden Schwangerschaften von MS-Patientinnen dokumentiert. Dabei werden in der Schwangerschaft und bis 6 Jahre nach der Geburt Daten sowohl zum Krankheits-, Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, Daten zum Geburtsausgang und zum Stillen als auch zur Kleinkindentwicklung erhoben. Die Datenerhebung erfolgt durch strukturierte Telefoninterviews. Angaben zum Krankheitsverlauf werden von den behandelnden Neurologen und Neurologinnen verifiziert und ergänzt. Die Daten werden mit entsprechenden Kontrollgruppen oder mit entsprechenden Kindern aus der Gesetzlichen Krankenversicherung verglichen.  

Es soll erforscht werden, welcher Zeitpunkt des Absetzens sich am günstigsten für den Krankheitsverlauf und das ungeborene Kind ist. Relevant ist außerdem, wie sich das Wiederansetzen der Therapie und das Stillverhalten auswirken. 

 

Die Ergebnisse, die aus diesem Forschungsprojekt zu erwarten sind, werden die Beratung und Versorgung von schwangeren MS-Patientinnen weltweit verbessern.  

Zusammengefasst wird es mit den Ergebnissen aus diesem Projekt möglich sein, Frauen mit MS und Kinderwunsch besser zu beraten unter Berücksichtigung der besten Möglichkeit für Mutter und Kind, um Folgeschäden (Behinderung der Mutter; Entwicklungsverzögerungen/Infektionen der Kinder) zu verhindern. 

 

Das AMIB ist u.a. zuständig für Plausibilitätsprüfungen im Register, das Verfassen des statistischen Analyseplansdie Auswertungen zu den einzelnen Fragestellungen, die Interpretation der Ergebnisse und die Mitwirkung bei den Publikationen 

 

Förderer: Gemeinsamer Bundesausschuss, Innovationsausschuss beim G-BA 

Laufzeit: 2018 - 2021 

Konsortialführung/ Projektleitung: PD Dr. Kerstin Hellwig, St. Josef Hospital Bochum, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität

Projektpartner: Universität Duisburg-Essen, AOK Rheinland/Hamburg  

Ansprechpartner*innen AMIB: Prof. Dr. Nina TimmesfeldRenate Klaaßen-Mielke, Marianne Tokic



Lymphödem

Das Lymphödem ist eine lokalisierte Ansammlung von Flüssigkeit 
im interstitiellen Gewebezwischenräumen (Interstitium), und typischerweise im Unterhautfettgewebe lokalisiert. Es wird verursacht durch eine insuffiziente lymphatische Drainage. Unter den sekundären Lymphödemen sind die meisten tumorassoziiertHingegen ist das posttraumatische Lymphödem eine bekannte Komplikation nach Extremitätentrauma. Die aktuelle Datenlage bezüglich Inzidenz, Therapie und Prävention ist jedoch im Vergleich zu Lymphödemen anderer Genese deutlich unterrepräsentiert. 

 

Ziel dieser Studie ist eine detaillierte und präzise Untersuchung der Epidemiologie, des Schweregrades und der Pathophysiologie des posttraumatischen Lymphödems. Darüber hinaus sollen in einem zweiten Schritt die Therapieansätze zur Behandlung des Lymphödems genau untersucht und untereinander verglichen werden und mögliche präventive chirurgische Verfahren etabliert werden. 

 

Das AMIB ist Projektpartner und verantwortlich für statistisch-methodische Beratung, FallzahlplanungErstellung einer Datenbank, Datenaufbereitung, Auswertung. 

 

Förderer: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) 

Laufzeit: 2021 - 2023 

Projektleitung: Prof. Dr. Björn Behr 

(BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Plastische Chirurgie und Handchirurgie) 

Ansprechpartner*innen AMIB: Dr. Henrik Rudolf, Prof. Dr. Nina Timmesfeld, Julien Stein 


OMPRIS
OMPRIS – Onlinebasiertes Motivationsprogramm zur Reduktion des problematischen Medienkonsums und Förderung der Behandlungsmotivation bei Menschen mit Computerspielabhängigkeit und Internetsucht 

Die Prävalenz der Internet- und Computerspielsucht hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, insbesondere unter Kindern- und Jugendlichen. Seit 2018 ist die Computerspielsucht (Online Gaming Disorder) auch international durch die WHO als Krankheit anerkannt. Menschen mit Computerspielsucht weisen meist psychische Begleiterkrankungen mit hohen psychosozialen Belastungen und globalen Funktionseinschränkungen auf. 

 

Das Projekt OMPRIS zielt darauf, einer chronischen Suchtentwicklung entgegen zu wirken. Problematische Internet- und Computerspielnutzung soll möglichst früh erkannt und präventiv behandelt werden. Dafür wird ein onlinebasiertes, durch Beraterinnen und Berater begleitetes Selbsthilfeprogramm entwickelt und erprobt, das frühzeitig bei Betroffenen die Motivation zur Verhaltensänderung stärken und Suchtsymptome reduzieren soll. Betroffene können an diesem Programm online teilnehmen und werden somit am Ort ihrer problematischen Nutzung abgeholt. Es gibt unterschiedliche Module und Gruppen, je nachdem welche Art der schädlichen Internetnutzung vorliegt: Computerspielsucht, Cybersexsucht, allgemeine Internetsucht oder die Abhängigkeit in sozialen Medien. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,35 Millionen Euro gefördert. 

 

Im Erfolgsfall können die Ergebnisse der OMPRIS Studie von Krankenkassen genutzt werden, um eine Frühprävention der Internetsucht anzubieten. Zudem kann das onlinebasierte Selbsthilfekonzept auf andere Krankheitsbilder übertragen werden, bei denen es um patientenseitige Verhaltensänderung zur Verbesserung des Gesundheitsverhaltens und Förderung der Behandlungsmotivation geht. 

 

OMPRIS ist ein Onlinebasiertes Motivationsprogramm zur Reduktion des problematischen Medienkonsums und Stärkung der Veränderungsmotivation bei Computerspielabhängigkeit und Internetsucht. Es ist ein wissenschaftlich entwickeltes und vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses Deutschland (G-BA) gefördertes Beratungsprogramm. 

 

Die Evaluation der Wirksamkeit erfolgt im Rahmen einer randomisierten Studie im Wartegruppen-Design.  

 

Das AMIB war beteiligt an der Entwicklung des Studiendesigns und des Studienprotokolls. Das AMIB ist u.a. zuständig für das Verfassen des statistischen Analyseplansdie Hauptauswertung der Studie, Interpretation der Ergebnisse und Mitwirkung bei den Publikationen 

 

Förderer: Gemeinsamer Bundesausschuss, Innovationsausschuss beim G-BA 

Laufzeit: 2019 - 2022 

Konsortialführung/ Projektleitung: Dr. Jan Dieris-HircheLWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum 

Projektpartner: Psychosomatische Klinik Kloster Dießen, Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Ambulanz für Spielsucht/Kompetenzzentrum, Universität Duisburg-Essen, Medizinmanagement, ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH 

Ansprechpartner*innen AMIB: Prof. Dr. Nina TimmesfeldMarianne Tokic 

 

 

 

Orthopädie
§73-Orthopädie – Evaluation des Vertrages zur Versorgung im Fachgebiet der Orthopädie in Baden-Württemberg gemäß § 73c SGB V 

Der Vertrag zur Versorgung im Fachgebiet der Orthopädie der AOK Baden-Württemberg hat zum Ziel, die gesundheitliche Versorgung muskuloskelettal Erkrankter in Baden-Württemberg zu verbessern. Wesentliche Versorgungsbausteine des Vertrages sind die bessere Versorgungskoordination zwischen Hausarzt und Orthopäde sowie zwischen allen am Versorgungsgeschehen beteiligten Behandlern, die biopsychosoziale Anamnese, die Information sowie die motivationale Beratung u. a. zu präventiven und gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand. Patientenkompetenz, Selbstmanagement und Patientensicherheit sollen gestärkt werden. Vertragspartner sind die AOK Baden-Württemberg, die Bosch BKK, der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie, der Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen Deutschlands e.V., der MEDI Baden-Württemberg e.V. und die MEDIVERBUND AG. 

Das Projekt „§73-Orthopädie – Evaluation des Vertrages zur Versorgung im Fachgebiet der Orthopädie in Baden-Württemberg“ untersucht, inwieweit die Versorgungsziele des Vertrages erreicht werden. Anhand von pseudonymisierten Routinedaten der AOK Baden-Württemberg werden Inanspruchnahme der Versorgung, Kosten und Arbeitsunfähigkeitstage analysiert. Zudem wird die Gesundheitsversorgung aus Sicht von Ärzten, medizinischen Fachangestellten und Patienten bewertet und die Effektivität der Beratungspraxis untersucht.
 

Aufgabe des AMIB ist die Statistik (umfasst die Beratung zur Methodik und Analyse) für die Evaluation hinsichtlich der Inanspruchnahme der Versorgung und die Mitarbeit an Publikationen.  

Förderer: Gemeinsamer Bundesausschuss, Innovationsausschuss beim G-BA 

Laufzeit: 2018 - 2020

Konsortialführung/ Projektleitung: AOK Baden-Württemberg 

Projektpartner: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Universität Bielefeld, aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH Göttingen

Ansprechpartner*innen AMIB: Renate Klaaßen-Mielke, Prof. Dr. Hans Joachim Trampisch


QUASCH
QUASCH – Ergebnisse qualitätsgesicherter Schlaganfallversorgung: Hessen im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet

International werden unterschiedliche Strategien eingesetzt, um die Qualität der Versorgung systematisch zu sichern und zu fördern. In Deutschland spielt für Krankenhäuser die externe Qualitätssicherung (eQS) eine prominente Rolle. Die Krankenhäuser sind dabei verpflichtet, zu bestimmten Krankheitsbildern und Behandlungsverfahren lückenlos zu allen Patienten Daten zu erfassen. Die Daten werden auf der Landes- und Bundesebene zusammengeführt und die Qualität der Versorgung anhand von Indikatoren wie beispielsweise der Komplikationsrate nach Eingriffen analysiert und verglichen. Die Rückmeldung der Ergebnisse an die Krankenhäuser soll zu einer Verbesserung der Qualität führen. Ob dies tatsächlich funktioniert, ist aber bisher unklar. 

 

Das Projekt untersucht die Effektivität der eQS an einem Krankheitsbeispiel, für das bisher nur in einzelnen Bundesländern eine verpflichtende eQS eingeführt wurde. Es wird analysiert, ob die in Hessen verpflichtende eQS zum akuten Schlaganfall im Verlauf der Jahre und im Vergleich mit anderen Regionen mit und ohne verpflichtende eQS zum Schlaganfall mit einer besseren Versorgung der Patientinnen und Patienten einherging. 

 

Grundlage bilden die eQS-Daten der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen, Daten aus eQS-Projekten anderer Regionen und Abrechnungsdaten der AOK, die routinemäßig erhoben werden. Beobachtet werden alle Fälle nach einem Schlaganfall im Zeitraum 2007–2016. Die Daten erlauben es, u. a. die Sterblichkeit, Rückfallrate, Krankenhauseinweisungen, Blutungskomplikationen sowie die Notwendigkeit von Langzeitpflege über die Zeit darzustellen. So können Unterschiede zwischen den Ergebnissen in Hessen mit verpflichtender eQS und anderen Regionen mit und ohne eQS abgebildet werden. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 330.000 Euro gefördert. 

 

Im Erfolgsfall liefern die Ergebnisse eine Grundlage für die Weiterentwicklung der gesetzlichen Qualitätssicherung. 

 

Das AMIB ist zuständig für eine Unterstützung bei den statistischen Analysen 

 

Förderer: Gemeinsamer Bundesausschuss, Innovationsausschuss beim G-BA 

Laufzeit: 2018 - 2020

Konsortialführung/ Projektleitung: Prof. Dr. Max Geraedts, Philipps-Universität Marburg 

Projektpartner: Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen, Wissenschaftliches Institut der AOK, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Justus-Liebig-Universität Gießen 

Ansprechpartner*innen AMIB: Prof. Dr. Nina Timmesfeld

SARS-CoV-2 Assessment, Surveillance and Testing in students’(SARS-CoV-2 ASTA)
Derzeit besteht ein hohes Interesse an der wissenschaftlichen Untersuchung der COVID-19 Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Bevölkerung. Es ist im Moment unklar, ob Studenten in Studentenwohnheimen ein erhöhtes Risiko haben, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Nach derzeitigem Kenntnisstand verbleiben ein hoher Anteil der an SARS-CoV-2 infizierten Personen oligo- bis asymptomatisch und können als potenzielle Krankheitsvektoren verstanden werden. Studenten stellen hier keine Ausnahme dar und könnten aufgrund von möglicherweise besonderem Risikoverhalten sowie spezieller Wohnverhältnisse für eine SARS-CoV-2 Infektion und asymptomatische Verläufe besonders anfällig sein. Das Hauptziel der Untersuchung ist daher die Erfassung der Prävalenz von akuten oder stattgehabten SARS-CoV-2 Infektionen bei Studenten in Studentenwohnheimen des akademischen Förderungswerks (AKAFÖ) der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Untersucht werden soll in Abständen von 5 bis 7 Wochen über einen Gesamtzeitraum von 16 Wochen (4 Präsenzvisiten). Bei den Visiten werden den Probanden Serum Proben für eine Antikörper Untersuchung abgenommen. Zusätzlich gurgelt der Proband mit Kochsalzlösungdieses wird mittels der PCR-Methode auf SARS-CoV-2 untersuchtDie Datenerfassung erfolgt über REDCap (Research Electronic Data Capture). Durch das REDCap-System kann die Einverständniserklärung digital erfasst werden. Weiterhin wird der Fragebogen, sowie die Laborergebnisse automatisch über das REDCap-System per E-Mail versendet. Es wird mit einer Teilnehmerzahl von etwa 900 Probanden gerechnet. Hieraus sollen Rückschlüsse auf die aktuelle Prävalenz von akuten und stattgehabten Infektionen mit SARS-CoV-2 sowie den Anteil asymptomatischer Verläufe bei Studentinnen und Studenten in Studentenwohnheimen ermöglicht werden. Weiterhin erwarten wir relevante Rückschlüsse, um das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 im Rahmen von universitäreren Präsenzveranstaltungen besser einschätzen zu können. Die Studie erfolgt im Rahmen des nationalen Forschungsverbundes „Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu COVID-19“ im bundesweiten Forschungsnetz "Angewandte Surveillance und Testung (AP 6.2.4 im B-FAST-Projekt)”.  

 

Das AMIB war an der Planung der Studie beteiligt. Das AMIB ist zuständig für das Datenmanagement und die statistischen Analysen 

 

Förderer: BMBF im Rahmen des „Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu COVID-19 

Laufzeit: 2020 - 2021

Projektleitung: Prof. Dr. med. Wolfgang E. Schmidt, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität 

Projektpartner: Institut für Virologie der Ruhr-Universität Bochum 

 

Ansprechpartner*innen AMIB: Julien Stein, Prof. Dr. Nina Timmesfeld, Prof. Dr. Hans Joachim Trampisch 

 

Presse: 

 

https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2020-10-13-covid-19-forschung-studie-zum-ansteckungsrisiko-von-studierenden-mit-sars-cov-2

StärkeR
StärkeR - Strukturierte Delegation ärztlicher Leistungen im Rahmen konzeptionsgeregelter Kooperation in der Versorgung von Patienten mit entzündlichem Rheuma
Patientinnen und Patienten mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen erreichen die gesteckten Therapieziele zum Teil nicht hinreichend. Nach den aktuellen Zahlen des Memorandums der Fachgesellschaft DGRh gibt es in Deutschland zu wenig internistische Rheumatologen. Mit dem Projektvorhaben ‚Strukturierte Delegation ärztlicher Leistungen im Rahmen konzeptionsgeregelter Kooperation in der Versorgung von Patienten mit entzündlichem Rheuma’ soll die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen in der Rheumatologie effektiver und effizienter gestaltet werden, um die Versorgung der betroffenen Patienten zu verbessern.

Das Projekt geht von der Hypothese aus, dass qualifizierte Rheumatologische Fachassistent(inn)en (RFA) Teile der Patientenbetreuung übernehmen können. Hierfür gibt es aus persönlichen Erfahrungen von deutschen Rheumatologen und aus internationalen Erfahrungen, z.B. in den Niederlanden, klare Anhaltspunkte. Zu dem geplanten Projektvorhaben gehören eine aktualisierte Patientenschulung, die Ermittlung von Komorbiditäten und Lebensstilberatung. Das Vorhaben soll zeigen, dass RFA durch die standardisierte Erfassung von Krankheitsaktivität und Krankheitsfolgen die Behandlung durch Rheumatolog(inn)en vorbereiten, effektiv unterstützen und partiell ersetzen können. Außerdem sollen die RFA den Patientinnen und Patienten als direkte Ansprechpartner zwischen den Untersuchungsterminen in der Praxis zur Verfügung stehen.

Die strukturierte Übertragung ärztlicher Leistungen an RFA wurde an 17 rheumatologischen Schwerpunktpraxen und Krankenhausambulanzen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt werden. Um dies effektiv erreichen zu können, wurden neue Strukturen und Prozesse in der Patientenbetreuung geschaffen. Die Versorgungsform ‚Delegation ärztlicher Leistungen an RFA’ wurde im Vergleich mit der aktuellen Standardversorgung an je 300 Personen evaluiert. Zielgrößen sind die Krankheitsaktivität und die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Das vorliegende Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,1 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall erzielt die neue Versorgungsform bei den Patientinnen und Patienten eine bessere gesundheitsbezogene Lebensqualität als die Standardversorgung bei vergleichbarer Krankheitsaktivität. Das Team der rheumatologischen Schwerpunktpraxis soll für Patientinnen und Patienten besser erreichbar werden. Die Übertragung von Dokumentations- und Beratungsaufgaben an die RFA soll die Qualität der Versorgung insgesamt verbessern.

Die Evaluation der Wirksamkeit der neuen Versorgungsform hinsichtlich der nicht Unterlegenheit bezüglich der Krankheitsaktivität und Verbesserung der Lebensqualität erfolgt im Rahmen einer randomisierten Studie.

Das AMIB war beteiligt an der Entwicklung des Studiendesigns und des Studienprotokolls. Das AMIB ist u.a. zuständig für die Randomisierung, das Datenmanagement, das Verfassen des statistischen Analyseplans, die Hauptauswertung der Studie, die Interpretation der Ergebnisse und Mitwirkung bei den Publikationen. Weiterhin ist das AMIB für Kommunikation und Terminvereinbarung mit den Prüfarztpraxen, Assessoren und Kliniken verantwortlich. Im Verlauf der Studie wurden mit Hilfe des AMIB Weiterbildungskurse für die RFAs angeboten.

Förderer: Gemeinsamer Bundesausschuss, Innovationsausschuss beim G-BA
Laufzeit: 2017-2021
Konsortialführung/ Projektleitung: Prof. Dr. med. Jürgen Braun, Rheumazentrum Ruhrgebiet, St. Elisabeth Gruppe GmbH, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität
Projektpartner: Philipps-Universität Marburg, BARMER

Ansprechpartner*innen AMIB: PD Dr. Dietmar Krause, Dr. Anna Mai, Renate Klaaßen-Mielke, Michelle Stein, Prof. Dr. Hans Joachim Trampisch, Prof. Dr. Nina Timmesfeld

Publikationen:

Mai, A., Braun, J., Reese, J. P., Westerhoff, B., Trampisch, U., Klaassen-Mielke, R., et al. (2019). Nurse-led care versus physician-led care in the management of rheumatoid arthritis and psoriatic arthritis (StaerkeR): study protocol for a multi-center randomized controlled trial. BMC Trials, 20(1), 793.
Mai, A., Krause, D., & Braun, J. e. a. (2020). Ist eine Team-basierte rheumatologische Versorgung mit Delegation an die Fachassistenz der Standardversorgung ebenbürtig oder sogar überlegen? – Das StärkeR-Projekt. Z Rheumatol, 79, 52-54.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben den genannten Studien werden von der Abteilung zahlreiche unterschiedlich große klinische und klinisch-theoretische Studien fortlaufend betreut bezüglich Studienplanung, Datenmanagement und statistischer Auswertung.

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